Aktivitäten Triathlon

LSV Triathlet bei der Weltmeisterschaft in Utah

Triathlon-Weltmeisterschaft in atemberaubender Kulisse

Mehr als 100 Nationen sind in Sankt George, im amerikanischen Staat Utah vertreten, und wir sind mittendrin. Am Samstag, 29. Oktober, stürzen sich bei der Triathlon Weltmeisterschaft 4.000 Teilnehmer früh morgens in die Fluten. 1,9 Kilometer lang ist die Schwimmtrecke, danach geht es aufs Fahrrad, um  90 Kilometer weit zu strampeln. Darauf folgt ein Halbmarathon, also noch 21,5 Kilometer laufen. Wir, das ist Bernd Matheis und eine Gruppe von Sportlern mit ihren Begleitern, die mit dem Team von Hannes Hawaii Tours, einem spezialisierten Triathlon-Reiseanbieter, die Woche vor dem Rennen intensiv erlebt. 

Etwa 120 Reisende betreut eine junge Crew des Allgäuer Reiseanbieters. Wir müssen ganz schöne Strapazen auf uns nehmen, alleine für die Anreise waren wir 26 Stunden unterwegs, Ankunft nachts um 1.30 Uhr. Am nächsten Morgen sind wir überraschenderweise nicht mal müde und werden in einem der hier üblichen Großraumtransporter zu einem Supermarkt mit Starbucks Café gekarrt. Dort gibts Frühstück und alle erledigen erste Einkäufe. Wir erkunden die Kleinstadt an diesem Tag auf eigene Faust. Ein weißer Mormonen Tempel, einstöckige Häuser und alle Amerikaner den Sportlern gegenüber sehr aufgeschlossen und vor allem höflich.

Am Nachmittag ist der erste Lauf durch den Ort geplant, da zeigt die Crew schon mal ein paar fürs Rennen strategisch wichtige Punkte. Am darauf folgenden Morgen sind alle sehr zeitig wach und treffen sich in der Lobby, wo die Herbergsleute stets frischen Kaffee bereit halten. Jetlag lässt grüßen. Für den nächsten Tag planen alle Interessierten, einen Teil der Radstrecke abzufahren. Sie führt in das ursprüngliche Amerika, in die White Canyons. Eine leicht geschlängelte Nationalstraße führt steil nach oben durch malerische Berge in verschiedenen Färbungen und auffälligen Formationen. Die Radler halten immer wieder an, um Fotos von dieser traumhaften Kulisse zu machen. Mit dem Team des Reiseveranstalters betreuen die Supporter eine Verpflegungsstelle, fast schon wie beim echten Rennen. Auch das Gebimmel mit den Kuhglocken klappt profimäßig. Als alle sportlichen Teilnehmer der Ausfahrt vorbei sind macht sich der verpflegende Teil der Reisegruppe auf den Weg zu einem Trail in die Canyons. Je enger die Felsblöcke zusammen stehen, desto beeindruckender die Atmosphäre. Jeder wartet insgeheim auf einen Reiter in Lederfransen. Auf dem Rückweg sitzt eine der großen geschützten Mojave Schildkröten unter einem Fels. Völlig emotionslos lässt sie sich von allen Seiten fotografieren. 

Am Folgetag erhalten alle Mitglieder der Reisegruppe einheitliche T-Shirts. Sie postieren sich zur Athletenparade in der historischen Altstadt. Vorneweg jeweils die Träger der Landesfahnen. Deutschland ist die Nation mit der viertgrößten Teilnehmerzahl, und allein unsere Reisegruppe stellt eine ganze Menge Teilnehmer an der Parade. Allen voran musiziert eine Dixie Band. Ein schöner Moment, als wir am Straßenkreisel mit dem großen Ironman Symbolwürfel vorbeikommen und von einer Sprecherin begrüßt werden. Auf der Wiese, vor dem Zelt mit Merchandise-Artikeln läuft Party Musik, hunderte Fotos entstehen dort. Viele Nationen sind einheitlich gekleidet und schwenken ihre Landesfahnen. 

Dann ist ein Tag Pause bevor es für die 2.000 Damen am Freitag früh losgeht. Bernd ist am Samstag dran. Etwa 4.000 Starter sind mit ihm am Gewässer des Sand Hollow ab 7.30 Uhr. Es ist knackige 6 Grad kalt an diesem Morgen, die Folge eines Sturms vom vorigen Wochenende. Das Wasser soll angeblich 16 Grad „warm“ sein, was viele der Schwimmer bezweifeln. Nicht alle davon werden deshalb aufs Rad steigen. Nach 35 Minuten kommt Bernd aus dem Wasser. Zunächst warm abschrubbeln, gottseidank ist das Zelt zum Umziehen warm. Dann in den Vereinseinteiler geschlüpft, Armlinge, Mütze, Windjacke übergestreift. Mist, der Draht zum Festziehen der Radschuhe ist herausgerutscht. Bernd hat so kalte Hände, dass er das Metall nicht fühlt, geschweige denn wieder in die Öse drücken kann. Die Wechselzeit bis zum Einklicken in die Radpedale ist somit unterirdisch, mehr als 10 Minuten. Inzwischen ist die Sonne über den roten Bergen aufgegangen. Das Panorama ist unbeschreiblich schön, schon beim Schwimmen war der Himmel in leuchtendes Rot getaucht. Schon bald erweist sich die Wahl der Kleidung als richtig. Die Radstrecke ist genau nach Bernds Geschmack, breite Straßen, oft flach abfallend, und nur kurz vor Ende der 90 Kilometer noch ein knackiger Anstieg mit über 1.000 Höhenmetern. Die Kulisse bei der Fahrt durch den Snow Canyon beschreibt er nur mit „atemberaubend“. Links und rechts am Highway erstrecken sich unterschiedlichste Felsformationen in ebenso unterschiedlichen Farbschattierungen. Nach 2 Stunden, 31 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit  von 36 Km/h fährt er durch den belebten Kanal in der Old Town von Sankt George, begleitet von begeisterten Rufen der Sportfans. Der Wechsel zur Laufstrecke klappt schneller, drei Minuten. Inzwischen sind die Temperaturen auf angenehme 25 Grad gestiegen. Wo vorher die Radfahrer durchsprinteten führt auf der benachbarten Bahn die Laufstrecke zur Diagonal-Street. Und dort wartet ein ordentlicher Tross von Reiseleitern und Begleitpersonen der sportlichen Reisegruppe. Mit lautem Kuhglockengebimmel und Partymusik holt die Gruppe auch den zermürbtesten Sportler wieder zurück in den Wettkampf. Für die Triathleten gilt es, zwei Runden in anspruchsvollem Terrain zu laufen. Die Strecke führt über 255 Höhenmeter in Wellen über einen Golfplatz. Den begrünten Teil des Golfplatzes…….

Müde, aber glücklich trifft unser Sportler nach fünf Stunden und drei Minuten im Ziel ein, die Laufstrecke von 21 Kilometern hat er in 1 Stunde und 42 Minuten geschafft. Zur Belohnung erhält er im Ziel die Medaille der Finisher, 

Bernd geht auf Platz 46 seiner Altersklasse in die Wertung ein, nicht schlecht als Teilnehmer der Weltmeisterschaft. Etwa 600 Starter, also zehn Prozent sind vorzeitig ausgeschieden. 

C. Matheis

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