Prellballturnier 2026
Nervenkitzel am der Linie: Der Pokal bleibt in der Qli-Familie!
Rückblick auf das 31. Internationale Prellballturnier des Ludwigshafener Schwimmvereins 07
Der 22. August 2026 hatte sich mächtig ins Zeug gelegt: leicht bewölkter Himmel, angenehme 24 Grad – wetterseitig also die perfekte Bühne für das inzwischen 31. Internationale Prellballturnier des Ludwigshafener Schwimmvereins 07. Kurz vor dem Anpfiff flatterten allerdings ein paar Absagen herein – aus China, Spanien, Rheinhessen und dem Schwabenland ließ man sich entschuldigen, wohlwissend, dass die ideale Wetterlage der Pfälzer Elite in die Karten spielte. Die internationalen Prellball Weiher Open mussten also mit einem etwas geschrumpften Teilnehmerfeld auskommen. Doch was dem Turnier an Masse fehlte, machte es an Klasse mehr als wett.
Jeder gegen jeden
Weil die Meldeliste diesmal übersichtlich blieb, wurde kurzerhand im Rundenmodus gespielt: jeder gegen jeden. Erst danach ging es um Platz drei, ehe das große Finale anstand.
Die angetretene Prellball-Elite bestand aus Vorjahressieger Bastian aus dem Qli-Clan, den Mainzer Brüdern Dirk und Jochen sowie Daniel. Während Letzterer zwischen zwei Nächten an den Turntables erstaunlich gut aufgelegt war, dehnte sich Jochen in Form, die wiederum dessen Bruder Dirk von Haus aus mitbrachte. Bastian hatte sich zwei Tage vor den internationalen Weiher Open einen Halbmarathon aus Langeweile gegönnt zur Vorabaufwärmung, die er vor Ort mit Handstandwalks sowie regelmäßigen Schwimmeinheiten im Weiher fortsetzte (auch zwischen den Spielen). Die Vorrunde diente zum Eingrooven und es gab schon früh spannende, sehenswerte Ballwechsel.
Schiedsrichter mit Fingerspitzengefühl
Eine echte organisatorische Fleißaufgabe war in diesem Jahr die Schiedsrichterbesetzung: Damit keine familiäre Nähe zu Zweifeln an der Unparteilichkeit führen konnte, wurde bei jedem Spiel genau hingeschaut. Stand ein Qli-Spieler auf dem Feld oder traten die Brüder aus Mainz gegeneinander an, saß garantiert ein neutraler Unparteiischer auf dem Stuhl. Ganz ausbleiben wollten die klassischen Diskussionen dennoch nicht – war der Ball nun aus oder lag er auf der Linie? Doch auch diese Wortgefechte ließen sich stets ohne größere Reibereien wieder einfangen.
Spiel um Platz drei: Daniel setzt sich in drei Sätzen durch
Im kleinen Finale trafen Daniel und Jochen aufeinander – und lieferten sich einen echten Krimi über drei Sätze. Am Ende behielt Daniel im entscheidenden dritten Satz mit 15:11 die Oberhand und sicherte sich damit den Bronzeplatz.
Das große Finale: Dirk gegen den Titelverteidiger
Damit war die Bühne frei für das Endspiel: Dirk gegen Bastian, besser bekannt als „Qli Junior“. Bastian ging als Titelverteidiger ins Rennen – im Vorjahr hatte er den Pokal zurück in die Kuhlke-Familie geholt und war fest entschlossen, diesen Erfolg zu wiederholen. Seinen persönlichen Fanblock in Form der Eltern hatte er dabei – Ehrgeiz pur also auf und neben dem Feld. Doch auch Dirk brannte für den Titel, stand er doch schon oft auf dem Siegertreppchen und wird von allem gefürchtet. Er ging mit demselben Biss in die Partie.
Der Altersunterschied zwischen den beiden machte sich dann im Verlauf des Spiels konditionell bemerkbar – vor allem im dritten Satz sollte sich das noch zeigen. Zunächst aber lieferten sich beide ein Match auf Augenhöhe: Satz eins gewinnt Dirk mit 21:18, im zweiten Satz schlägt Bastian gnadenlos zurück – 21:18. Tie-Break.
Alles war also wieder offen, als der dritte und entscheidende Satz anstand – die Frage aller Fragen: Wer nimmt den Pokal am Ende mit nach Hause?
Der Krimi im dritten Satz
Was dann folgte, war nichts für schwache Nerven. Sowohl im Lager der Mainzer als auch bei der Qli-Familie stand den Zuschauern und Spielern der Schweiß auf der Stirn – die Anspannung war förmlich greifbar. Bis zum letzten Ballwechsel ging es hin und her, auf beiden Seiten lagen die Nerven blank.
Am Ende war es Qli-Junior Bastian, der den entscheidenden Punkt setzte und den dritten Satz mit 24:22 für sich entschied. Jubel auf und neben dem Spielfeld! Der Pokal bleibt damit für ein weiteres Jahr in der Kuhlke-Familie! Entsprechend stolz waren die Eltern, die ab sofort die Bezeichnung „Weltmeister-Eltern“ für sich auslobten.
LSV-Vorsitzende Tina Kusma wohnte dem packenden Turnier bei und würdigte anschließend alle Spieler. Den Pokal überreichte sie erstmals als Vorsitzende an einen strahlenden Bastian.
Ein kleines, aber hochklassiges Teilnehmerfeld hat gezeigt, dass Turnierdrama nicht von der Anzahl der Mannschaften abhängt. Jetzt heißt es abwarten und Schorle trinken: Wie groß wird das Teilnehmerfeld im kommenden Jahr sein – und schafft es jemand, dem Qli-Clan den Pokal wieder abzuluchsen?
Daniel B.




